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Wer wir sind

Schon Ende 1998 gab es die ersten Überlegungen, eine bundesweite Organisationsstruktur für VerfahrenspflegerInnen zu entwickeln, die dann im Februar 2000 dazu führten, dass die Bundesarbeitsgemeinschaft für Kinder und Jugendliche e.V., mit Sitz in Frankfurt a.M., gegründet wurde.

Im Rahmen der gesetzlichen Änderungen wurde gemäß § 158 FamFG aus dem Verfahrenspfleger der VERFAHRENSBEISTAND.

In der Präambel der Satzung verpflichten sich die Mitglieder, dass sie die eigenständigen und wohlverstandenen Interessen von Kindern und Jugendlichen respektieren und diese im Gerichtsverfahren parteilich und unabhängig vertreten. Das konkrete Erleben der Minderjährigen ist dabei genauso zu berücksichtigen wie wissenschaftliche Erkenntnisse aus Psychologie und Pädagogik sowie Soziologie und Recht.

Was wollen wir?

Der BVEB setzt sich dafür ein, dass Verfahrensbeistandschaften qualifiziert durchgeführt werden können. Dafür wurden fachliche Standards entwickelt, die ständig fortgeschrieben werden. Außerdem wurden inzwischen Mindeststandards für die Weiterbildung von Verfahrensbeiständen erarbeitet, die mit einer Anerkennung von Weiterbildungsträgern verbunden sind. Eine wesentliche Aufgabe ist die Öffentlichkeitsarbeit, um die neue Rechtsfigur Verfahrensbeistandschaft in Fachkreisen und in der Bevölkerung bekannt zu machen, weiterhin die Gewinnung von Mitgliedern und Vernetzung der Verfahrensbeistände durch die Schaffung regionaler Strukturen.

Ergänzungspflegschaft und Vormundschaft

Im September 2009 hat die Mitgliederversammlung der BAG beschlossen, auch die Interessen der beruflich tätigen Einzelpfleger und Einzelvormünder zu vertreten. Dazu wurden Standards entwickelt.

Mitglieder können nur Personen werden, die die Aufnahmekriterien für die Mitgliedschaft als Verfahrensbeistand erfüllen. Zusätzlich soll zukünftig auch der Nachweis einer Weiterbildung zur Vormundschaft gefordert werden.

Was bedeutet Verfahrensbeistandschaft?

Nach § 158 Abs. 1 FamFG hat das Gericht dem minderjährigen Kind in Kindschaftssachen, die die Person des Kindes betreffen, einen geeigneten Verfahrensbeistand zu bestellen, soweit dies zur Wahrnehmung seiner Interessen erforderlich ist.

Nach § 158 Abs. 2 ist die Bestellung in der Regel erforderlich,

  1. wenn das Interesse des Kindes zu dem seiner gesetzlichen Vertreter in erheblichem Gegensatz steht,
  2. in Verfahren nach §§ 1666 und 1666a BGB, wenn die teilweise oder vollständige Entziehung der Personensorge in Betracht kommt,
  3. wenn eine Trennung des Kindes von der Person erfolgen soll, in deren Obhut es sich befindet,
  4. in Verfahren, die die Herausgabe des Kindes oder eine Verbleibensanordnung zum Gegenstand haben, oder
  5. wenn der Ausschluss oder eine wesentliche Beschränkung des Umgangsrechts in Betracht kommen.

Auch bei der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen nach § 1631 b BGB ist die Bestellung eines Verfahrensbeistandes erforderlich.

Die Grundlagen für die Durchführung einer Verfahrensbeistandschaft entnehmen Sie bitte den Standards für VerfahrenspflegerInnen/Verfahrensbeistände.

 

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